Hybridverfahren für Risikopatienten
Der 100. Aortenklappenersatz wurde im April 2009 an einem 81-jährigen ehemaligen kaufmännischen Angestellten aus Berlin im 2008 errichteten hochmodernen Hybrid-Operationssaal des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) durchgeführt. Dies ist die höchste Fallsteigerungsrate innerhalb eines Jahres in Bezug auf ein sehr schonendes und effektives Verfahren, das vor allem Hochrisikopatienten zuteil wird. Hierbei handelt es sich um Betagte, Voroperierte oder durch Vorerkrankungen stark geschwächte Patienten, also eine Gruppe, die infolge der demografischen Veränderungen immer größer wird.
Während man bei jüngeren Patienten einen Aortenklappenersatz der schlussunfähigen oder verengten Aortenklappe im Rahmen einer offenen Herzoperation unter Einsatz der Herzlungenmaschine vornehmen würde, kann dieser komplikationsarme Routineeingriff für den Organismus des alten Menschen sehr belastend sein. Für Risikopatienten kommt das schonendere neue Hybrid-Verfahren infrage, bei dem chirurgische Operations- und kardiologische Kathetertechniken kombiniert werden und ein Spezialkatheter mit innenliegender neuer Herzklappe meist durch die Herzspitze hindurch an den Einsatzort geführt wird. Eine Brustkorberöffnung oder Anwendung der Herzlungenmaschine ist dabei nicht notwendig. Der Patient erholt sich schnell und ist wieder altersentsprechend leistungsfähig.


