Risiko eines neuen Tumors deutlich gesenkt
Die Ergebnisse einer Zwischenauswertung der weltweit größten Studie zur Brustkrebsbehandlung zeigen, dass der Wirkstoff Anastrozol den bisherigen Standard Tamoxifen bald ablösen kann. Im Vergleich zu Tamoxifen ist diese Substanz in der Behandlung von Frauen nach einer Brustkrebsoperation deutlich wirksamer und verträglicher.
Ziel der medikamentösen Behandlung von Frauen nach einer Brustkrebsoperation ist es in erster Linie, einen Krankheitsrückfall oder eine Erkrankung der bisher tumorfreien Brust zu verhindern. Dieses Ziel wurde in den vergangenen Jahren mit dem Wirkstoff Tamoxifen relativ gut erreicht, denn mit diesem Medikament konnte das Risiko eines neuen Tumors in der gleichen Brust bereits um 47 Prozent gesenkt werden. Der Vergleich zwischen Anastrozol und Tamoxifen zeigt, dass dieses Risiko durch Anastrozol um weitere 17 Prozent gesenkt werden kann. Bei Patientinnen, deren Krebszellen Andockstellen (so genannte Rezeptoren) für Hormone besitzen, die das Wachstum der bösartigen Zellen fördern, konnte das Risiko des Krankheitsrückfalls mit Anastrozol sogar um weitere 22 Prozent reduziert werden.
Auch die Gefahr, dass sich in der bisher gesunden Brust ein Tumor entwickelt, wurde durch Anastrozol im Vergleich zu Tamoxifen um 58 Prozent gesenkt. Eine Kombination der beiden Wirkstoffe erbrachte allerdings keine Vorteile für die Patientinnen.
Zusätzlich zur besseren Wirksamkeit zeichnet sich Anastrozol im Vergleich zum Standardmedikament Tamoxifen durch ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aus. Frauen, die mit Anastrozol behandelt wurden hatten weniger Nebenwirkungen wie Krebs an der Gebärmutterschleimhaut, Vaginalblutungen oder Venenthrombosen.
Selbstuntersuchung sollte selbstverständlich sein
Rund 46.000 Frauen erkranken in Deutschland pro Jahr neu an Brustkrebs. Wie bei allen Krebserkrankungen gilt auch hier: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb sollte jede Frau ab 30 ihre Brüste regelmäßig beim Frauenarzt abtasten lassen. Erstaunlich ist allerdings, dass die meisten Brustkrebspatientinnen ihren Tumor selbst entdecken. Zu empfehlen ist daher zusätzlich die regelmäßige Selbstuntersuchung.
Die beste Zeit dafür ist der Zeitraum nach der Monatsblutung, denn dann ist die Brust am entspanntesten. Vor allem bei eingeseifter Haut, zum Beispiel unter der Dusche, lassen sich knotige Veränderungen besonders gut ertasten. Die geeignete Technik kann der Arzt zeigen. Da die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken mit dem Alter zunimmt, wird für Frauen ab 50 zusätzlich zur Standarddiagnostik die Mammographie empfohlen.
Frauen ab 30 sollten regelmäßig ihre Brüste abtasten. Früh erkannt, ist Brustkrebs heute gut heilbar.
Anastrozol
Anastrozol ist ein nicht-steroidaler Aromatase-Hemmer der dritten Generation. Seine Wirksamkeit beruht darauf, dass er die Umwandlung (Aromatisierung) von Androgenen in Östrogene blockiert. Deshalb ist die Wirksamkeit bei solchen Patientinnen besonders hoch, deren Krebszellen Andockstellen (Rezeptoren) für Östrogen besitzen. Insgesamt wurden mit diesem Wirkstoff Erfahrungen in mehr als 500.000 Patientenjahren gesammelt.


