Schutz vor lebensgefährlichen Insektenstichen
Rund vier Prozent der Bevölkerung reagiert nach Angaben des Verbandes Deutscher Allergologen allergisch auf Insektengift. Kreislaufbeschwerden und Herzversagen können für Betroffene dann die Folgen sein. Ist der Einstich etwa im Mund oder Rachen und schwillt extrem an, kann das sogar zum Ersticken führen. „Schon bei den ersten Anzeichen für eine solche allergische Reaktion sollte deshalb sofort der Notarzt gerufen werden“, rät die Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. Als Sofortmaßnahme hilft ein gelutschter Eiswürfel, um die Schwellung klein zu halten.
Für jeden Insektenstich gilt grundsätzlich: Der Stachel sollte vorsichtig mit einer Pinzette, langen Fingernägeln oder einer Messerkante herausgezogen werden. „Gerade der Stachel einer Biene oder Wespe darf nicht herausgerissen werden, denn dann würden Widerhaken in der Haut zurückbleiben und die Stelle kann vereitern“, erklärt Dr. Pfarrer.
Danach sollte man den Stich so schnell wie möglich mit einem Eiswürfel oder einem nassen Tuch kühlen. Spezielle Salben und kühlende Gele lindern den Schmerz. Doch Vorsicht: Sie enthalten häufig Antihistaminika, die ihrerseits Allergien auslösen könnten.
„Ganz wichtig ist auch, dass man danach den Insektenstich nicht aufkratzt, auch wenn es noch so juckt“, empfiehlt Dr. Waltraud Pfarrer. „Der Stich könnte sich infizieren und es kann zu einer wirklich schmerzhaften Entzündung kommen. Als altes Hausmittel hilft eine aufgeschnittene Zwiebel gegen den Juckreiz.“
Haben sich die Stiche dennoch entzündet, kann Arnika mit seiner entzündungshemmenden Wirkung nützen. Ist die Einstichstelle stark angeschwollen, kann eine Ruhigstellung des betroffenen Körperteils ebenfalls sinnvoll sein.
Wer ungestochen durch den Sommer kommen möchte, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Gut zu wissen ist zunächst, dass Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen nur dann angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen. Hektisches Herumfuchteln mit den Händen macht die kleinen Störenfriede erst recht aggressiv.
Ruhe bewahren ist deshalb die weitaus bessere Variante. Um sich vor den stechenden Quälgeistern zu schützen, sollte man immer mit Schuhen unterwegs sein, wenn man über eine Wiese geht, denn sonst kann man leicht auf eine Biene oder Wespe treten. „Gleichzeitig sollte man auch die Nähe von überreifen Früchten und Fallobst meiden, denn Bienen und Wespen lieben diese süßen Leckereien“, rät Dr. Pfarrer.
So schützen Sie sich vor den Plagegeistern: Tipps für einen stichfreien Sommer
- Achten Sie darauf, was Sie draußen trinken. Ein Strohhalm bewahrt vor der vielzitierten Wespe in der Flasche oder Getränkedose. Kinder sollten ihr Getränk lieber aus dem Glas trinken, ebenfalls mit einem Strohhalm.
- Süße Kekse, Limonaden und Eis locken Insekten an. Decken Sie die Speisen und Getränke draußen immer ab, beispielsweise mit einem Bierdeckel oder Untersetzer.
- Waschen Sie sich nach dem Essen von Süßigkeiten den Mund und die Hände.
- Halten Sie Ihre Abfalleimer immer geschlossen. Müll lockt Insekten an.
- Laufen Sie möglichst nicht ohne Schuhe über Wiesen. Wespen halten sich dort gern wegen der Blüten und im Herbst wegen des Fallobstes auf.
- Schützen Sie den Kinderwagen mit einem Mückennetz und das Kinderzimmer mit einem Fliegengitter.
- Vermeiden Sie stark duftende Parfums und Deodorants. Insekten lieben diese Gerüche.
- Weite Kleidung ist ungünstig, denn Insekten können sich darin verfangen. Dunkle Kleidung macht Wespen aggressiv und Blumenmuster ziehen sie an. Tragen Sie lieber helle Kleidung.
- Bleiben Sie ruhig, wenn Wespen im Anmarsch sind. Schlagen Sie nicht nach ihnen, da diese sich dann bedroht fühlen und erst recht den Stachel ausfahren.
- Außerdem sollten Sie Bienen und Wespen nicht wegpusten. Atemluft kann die kleinen Plagegeister ebenfalls aggressiv machen.
Quelle: DAK


